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Elektro Kreutzpointner: Starkes Rückgrat aus der Region

Unternehmen baut aus - Personalaufbau: Gesucht sind „Hightech-Elektriker“, Systemplaner, Automatisierungsfachleute oder Schwachstromtechniker - Pressebericht des Oberbayerischen Volksblatts

Seit fast 100 Jahren gibt es das Unternehmen bereits, vom kleinen Handwerksbetrieb hat es die Familie Kreutzpointner zum großen Mittelständler geführt. In den vergangenen Jahren nahm seine Bedeutung als Arbeitgeber in der Region noch einmal stark zu.

VON ELISABETH SENNHENN

Burghausen –  Fritz Kreutzpointner ist einer von den Mutigen. Hat vier Millionen Euro in die Modernisierung und den Ausbau der Burghausener Firmenzentrale gesteckt, 30 Prozent mehr Platz gibt es jetzt dort, unter anderem für die Kernbereiche der Burghausener Kreutzpointner Elektro GmbH, die Gebäudetechnik und die Industrietechnik. Der vorsitzende Geschäftsführer, der zusammen mit Florian Schneider einen der größten deutschen, familiengeführten Mittelständler der Elektrotechnik-Branche leitet, war deshalb mutig, weil er die neuen Nutzflächen – insgesamt rund 10 000 Quadratmeter – gleich so geplant hat, dass man um noch mal 1 500 Quadratmeter aufstocken könnte.

Strategien gegen den Fachkräftemangel
Er plant auch, in den kommenden Jahren rund 500 neue Mitarbeiter einzustellen. Fachkräfte aus der Elek-trotechnik, „gute Handwerker“, Ingenieure. Mit 50 Prozent planbarem Auftragszuwachs rechnet Kreutzpointner und sagt selbstbewusst: „Wir können uns das erarbeiten.“ Der Erfolg der vergangenen zehn Jahre scheint ihm recht zu geben: Aus 700 Mitarbeitern in Burghausen und in den vier weiteren Unternehmensstandorten der Gruppe wurden in einer Dekade 1 100. Darunter sind derzeit 60 Auszubildende, „100 sollen es bald sein.“ Der Umsatz der Kreutzpointner Gruppe sei um das 2,5-Fache in dieser Zeit gestiegen. Zuletzt waren das 100 Millionen Euro.

Der Firmenleiter in dritter Generation sitzt dem Besucher eher unprätentiös gegenüber. Dunkler Pulli, leicht strubbelige Haare Er könnte auch wie ein Manager in Anzug und Schlips daher kommen, aber das wolle er meistens gar nicht, sagt er selbst. Er wolle vielmehr ein Chef zum Anfassen sein. Einer, „dem die Menschen wichtig sind“. Es mag die persönliche Einstellung des mehrfachen Vaters und langjährigem Geschäftsführers sein, aber es gehört auch zum Konzept des Elektrounternehmens, sich auf dem Markt für begehrte Fachkräfte als authentischer, in der Region gewachsener Arbeitgeber zu präsentieren. Eine eigene, vielschichtige Strategie, um externes wie internes Personal zu entwickeln, bringt man in Burghausen gerade auf den Weg.

„Der Markt ist leergefegt“, weiß Kreutzpointner, aber so mutig wie er ist, ist er auch überzeugt, die zunehmend schwierige Hürde der Personalgewinnung zu meistern. Ob „Hightech-Elektriker“, Systemplaner, Automatisierungsfachleute oder Schwachstromtechniker: An allen Standorten braucht Kreutzpointner Kräfte. „Wir finden es aber auch wichtig, in den eigenen Reihen zu schauen und Mitarbeiter, die schon an Bord sind, weiter zu qualifizieren.“ Allein für Burghausen werden in der kommenden Zeit etwa 150 zusätzliche Leute gebraucht. Vielleicht schafft Kreutzpointner das zum 100-jährigen Betriebsbestehen; im Jahr 2023 ist es soweit.

Bestehen im „Top Ten“- Wettbewerb
In der jüngeren Geschichte sei vor allem der Bereich Gebäudetechnik stark gewachsen, erzählt er, „mehr, als wir gedacht haben und noch mehr als die Industrietechnik, wo wir herkommen.“ Zunehmend würden Auftraggeber erkennen, dass der Elektrospezialist mit einem eigenen Ingenieurteam das Know-how aus einer Hand mitbringt, wofür sonst oft mehrere Dienstleister am Werk seien. Aufträge, wie etwa ein ganzes Rechenzentrum mit diffiziler Elektrotechnik auszustatten, könnte man ohne das eigene Engineering praktisch nicht ausführen. So aber gehört der Burghausener Mittelständler nach eigener Aussage zu den „Top Ten“ der Unternehmen in Deutschland, die ein solches Leistungsspektrum bieten könnten. Es gebe durchaus größere Mitbewerber, mit mehreren Tausend Mitarbeitern, die seien dann im Vergleich zu den Burghausenern „wie der FC Bayern-München“. So groß zu werden, das sei nicht unbedingt seine Vision, gibt Kreutzpointner freimütig zu, „aber Bundesliga-Niveau, das muss sein.“ Er will, dass sein Unternehmen weiter als der regional gewachsene Arbeitgeber gesehen wird, der einen Teil seiner wichtigsten Kunden auch in der Region lokalisiert hat: Die Raffinerie- und Chemiebranche des Bayerischen Chemiedreiecks zum Beispiel. „Das ist unser starkes Rückgrat, das wir uns in der Region aufgebaut haben.“

Lieber ethisch und authentisch bleiben
Er will, dass seine Mitarbeiter auch weiterhin ein Mitspracherecht haben. Keinen fremden Aufsichtsrat, der kontrolliert. „Ethisch und solide bleiben“, so drückt er es aus. Neben ihm sitzt eines seiner Kinder, die 18-jährige Alesia. Sie hat ihrem Vater die ganze Zeit beim Gespräch zugehört. Sie studiert bereits, verdient nebenher ihr eigenes Geld. Jetzt interessiert sie sich verstärkt für das Familienunternehmen. Vielleicht gehört sie eines Tages zur vierten, führenden Kreutzpointner-Generation.

Elektro Kreutzpointner
Die Unternehmensgruppe zählt zu den größten Elektro-EMSR- (Mess- und Regelungstechnik) Fachbetrieben mit Standorten in Bayern, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Österreich und Rumänien. Sie besteht aus rechtlich eigenständigen Gesellschaften mit einheitlichem Leistungsspektrum, aber unterschiedlicher (über-)regionaler Ausrichtung. Fachbereiche sind Gebäude-, Industrie- und Ingenieurtechnik, Schaltanlagenbau und Energie. Die Gruppe führt weltweit Aufträge aus, ist aber auch in der Region Südost tätig, etwa für den Chemiepark Gendorf in Burgkirchen.

Quelle: Oberbayerisches Volksblatt Rosenheim, Heimatwirtschaft vom 30.01.2018
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