„Langfristige Weiterentwicklung wichtiger als Rekordzahlen“

Burghausen, 3. Mai 2015. Erstmals 100 Millionen Euro Umsatz erreicht, über 1.000 Mitarbeiter in der Unternehmensgruppe – Elektro Kreutzpointner hat 2015 einen Meilenstein in der mittlerweile 93jährigen Firmengeschichte gesetzt. Im Interview mit der Unternehmenskommunikation erläutern Fritz Kreutzpointner (49), Vorsitzender Geschäftsführer und Gesellschafter, sowie Florian Schneider (43), Geschäftsführer  Elektro Kreutzpointner GmbH Burghausen und Kaufmännischer Leiter der Kreutzpointner-Firmengruppe, die Hintergründe für den Wachstumsschub und wie es mit dem familiengeführten Traditionsunternehmen bis zum 100jährigen Jubiläum im Jahr 2023 weitergehen könnte.

Die Kreutzpointner-Unternehmensgruppe hat 2015 erstmals die 100 Mio. Euro beim gesamten Umsatz erreicht, ein Meilenstein in der Unternehmensgeschichte: Welche Gründe waren für dieses Wachstum ausschlaggebend?


Fritz Kreutzpointner: „Wir haben natürlich am Markt das vorhandene Auftragsglück nützen können. Aber dieses Wachstum ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer gezielten Weiterentwicklung durch eine neue Ausrichtung unserer Firmenstrukturen. Das wurde schon in den 90er Jahren festgelegt und vor allem innerhalb der letzten zehn Jahre behutsam umgesetzt. So wurde die frühere One-Man-Show bei Elektro Kreutzpointner umgestellt auf eine Many-Men-Many-Women-Show: Wir haben ein tolles Montageteam mit sehr fähigen Führungspersonen, die von einem starken kaufmännischen Support begleitet werden. Hinzu kommt, dass wir auf mehreren technischen und regionalen Standbeinen stehen und über die tragenden Säulen des starken Projekt- und des langfristigen Rahmenvertragsgeschäfts verfügen. Letzteres vor allem mit unseren Industriekunden in ihren großen Produktionswerken, z. B. im Bayerischen Chemiedreieck, in Nünchritz in Sachsen, bei Heidenhain in Traunreut, für Roche in Penzberg, am Flughafen München oder auch im Aluminium-Werksverbund in Ranshofen in Oberösterreich. Für alle diese Großkunden engagieren wir uns teilweise schon seit vielen Jahrzehnten.“

Florian Schneider:
„Einer der maßgeblichen Wachstumsmotoren in unserem  expandierenden Projektgeschäft ist die von den Kunden gefragte Komplettbetreuung geworden: Das sehr gute Zusammenspiel unseres Engineerings, Schaltanlagenbaus und der Elektromontage ist am Markt stark nachgefragt. Wichtig bei allem Erfolg ist es uns, dass unser Wachstum auf soliden Füßen steht – es müssen nicht jedes Jahr Rekordzahlen erwirtschaftet werden. Wirtschaftlichkeit und langfristige Weiterentwicklung stehen im Vordergrund. 2015 ist unserem ganzen Kreutzpointner-Team mit dem Durchbrechen der 100-Millionen-Schallmauer sicher eine super Leistung gelungen.“

In welchen Geschäftsbereichen und bei welchen Schwesterfirmen liegen die Schwerpunkte des erfolgreichen Projektgeschäfts?


Fritz Kreutzpointner:
„Alle Bereiche in der Unternehmensgruppe laufen auf gut bayerisch pfundig. Besonders erfreulich ist dabei der Trend im Bereich Gebäudetechnik  – aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland hat es hier 2015 ein starke Nachfrage für Gewerbebauten, Logistikprojekte oder auch für IT-Infrastrukturen z. B. in großen Rechenzentren gegeben. Hier konnten wir  technisch anspruchsvolle und gleichzeitig groß dimensionierte Projekte entsprechend unserer Schlagkraft ausführen.“

Florian Schneider:
„Unser Aktionsradius erstreckt sich auf Süd- und Mitteldeutschland und Österreich. Aber grundsätzlich sind wir da, wo der Kunde uns braucht: So haben wir 2015 tolle Partnerschaften mit unseren Auftraggebern ausgebaut und hohe Flexibilität beim Einsatz bewiesen, beispielsweise für die zwei großen Rechenzentrums-Projekte in Norddeutschland. Genauso wichtig sind unsere Stammkunden in der Industrie vor Ort, egal ob im Projektgeschäft oder im Rahmenvertrag.“

Welche aktuellen Großprojekte der Unternehmensgruppe zeigen diesen Trend beispielhaft?

Florian Schneider: „Dieser Trend zu groß dimensionierten Gesamtaufträgen, bei dem unsere Geschäftsbereiche Engineering, Schaltanlagenbau und Montage gemeinsam projektieren, zeigt sich gerade bei der elektrotechnischen Ausstattung für ein neues Produktionsgebäude eines der weltweit größten Pharmakonzerne: Für den Standort in Nordrhein-Westfalen überzeugen wir aktuell durch unsere Lösungskompetenz: Wir erstellen die Ausführungsplanung und führen auch die Montage aus. So helfen wir dem Kunden Schnittstellen zu vermeiden und sein Projekt zu optimieren. Mit Fremdpersonal sind dafür weit über 100 Kreutzpointner-Mitarbeiter vor Ort, das Auftragsvolumen bewegt sich im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.“

Ist Kreutzpointner jetzt nur noch im großen Projektgeschäft engagiert oder kann sich auch der einfache Häuslebauer noch an die Firma wenden für Elektroinstallationen?

Fritz Kreutzpointner: „Im Großen und Ganzen ist das wohl so geworden. Dennoch gibt es aus unserer Firmengeschichte heraus im Bereich Burghausen nach wie vor eine regionale Haustechnik-Abteilung, die mit langjährigen und zuverlässigen Mitarbeitern für viele kleinere Aufträge unterwegs ist, die wir genauso ernst nehmen wie unsere Projekte. Bei den klassischen Hausinstallationen ist es aber tatsächlich oft schwierig:  Wir sind ja mittlerweile mit unserer Organisationsstruktur auf größere Projekte und auch auf die hohen Sicherheits- und Qualitätsstandards der Industrie ausgerichtet, so dass wir da bei manchen Preisen im Bereich der Einfamilienhäuser auch nicht mehr mithalten können.“

Auch die Zahl der Beschäftigten steigt kontinuierlich an, auf mittlerweile über 1.000 inkl. der rund 320 Fremdbeschäftigten: In welchen Bereichen ist der Bedarf besonders angestiegen? Geht der Trend so weiter bzw. gibt es Schwierigkeiten genügend Fachpersonal zu bekommen?

Fritz Kreutzpointner: „In allen unseren Bereichen geht der Trend zu mehr Personalbedarf – vor allem Fachspezialisten sind gefragt in der ingenieurtechnischen Planung, beim Schaltanlagenbau, in der Industrietechnik und derzeit natürlich in der immer mehr überregional tätigen Gebäudetechnik. Aber auch die kaufmännischen und planerischen Kompetenzen in unserer größer werdenden Burghauser Firmenzentrale müssen weiter wachsen. Hierbei gilt, dass wir vor allem die Menschen im eigenen Unternehmen weiter entwickeln und motivieren.“

Florian Schneider: „Kreutzpointner sucht weiter Personal und Auszubildende. Unsere Unternehmensgruppe ist ein angesehener und beliebter Arbeitgeber, das merken wir am großen Interesse bei Ausschreibungen und Bewerbungen, auch im Azubi-Bereich. Dennoch ist uns gerade im Projektgeschäft auch die Zusammenarbeit mit unseren Nachunternehmern wichtig – wie bei der eigenen Belegschaft ist hier das Miteinander entscheidend. Das ist mit vielen Firmen gekennzeichnet von einer jahrelangen partnerschaftlichen Zusammenarbeit.“

Wo sieht man weitere Wachstumsfelder in den nächsten Jahren und wie wird die Gruppe darauf reagieren?


Fritz Kreutzpointner: „Not easy – der Markt wird enger werden bei diesem Volumen. Um dann auch hier weiter brillieren zu können, werden wir sicherlich noch weiter fahren dürfen – also werden überregionale Großprojekte in Deutschland eine noch größere Rolle spielen. In der ganzen Kreutzpointner-Firmengruppe werden wir dabei unseren Werten als Familien geführtes Unternehmen treu bleiben: Stabilität, Kontinuität und Nachhaltigkeit!“

Florian Schneider: „Das perfekte Zusammenspiel von eigener Engineering- und eigener Montageleistung wird immer wichtiger werden! Wir werden immer mehr vorausschauend für den Kunden und in seinem Sinne agieren, um Lösungen für seine Aufgaben zu entwickeln. Der Kunde kann dabei entscheiden, ob er Planung und Montage zusammen beauftragen will oder nicht. Grundsätzlich sehen wir uns als bodenständiges Hightech-Unternehmen: Wichtig ist es uns, dass wir weiterhin die klassischen mittelständischen Tugenden wie pragmatische Herangehensweise, Flexibilität, Dienstleistung und Handwerk in unseren Geschäftsbereichen Industrie- und Gebäudetechnik und Schaltanlagenbau verbinden mit dem hohen Knowhow unserer Ingenieurtechnik. Und das Ganze dann weiter in Harmonie bringen mit den strengen Organisationsanforderungen hinsichtlich Qualität, Sicherheit und Umwelt, gerade für unsere hoch anspruchsvollen Industriekunden.“

Wie bewerten Sie die Aussichten für 2016?


Fritz Kreutzpointner:
„Es wird schwieriger, aber machbar. Die Zeit ist jedoch sehr schnelllebig. Da müssen wir jetzt schon Signale für 2017 verarbeiten. Insgesamt sind wir aber optimistisch, weil wir an uns und unsere Stärken glauben, dabei aber keinesfalls überheblich wirken wollen!“

Florian Schneider: „Konkret sind wir in vielen Projekten tätig, die bis zum Jahresende und darüber hinaus laufen werden. Wir beobachten natürlich intensiv den Markt und erwarten heuer auch noch einige interessante Ausschreibungen.“

Wie könnte, wie soll die Gruppe in sieben Jahren, zum 100. Firmenjubiläum, dastehen?


Fritz Kreutzpointner: „Wir wollen uns so verändern, dass wir ungefähr so bleiben können wie wir sind. Mindestens gleich gut und effizient. Dabei gegebenenfalls Reserven für Unvorhergesehenes haben.  Ganz am Herzen liegen uns der weitere Ausbau und der Erhalt unserer Arbeitsplätze für unsere tollen Menschen in der Firma. Wir nennen es Mission 2023, also zum 100. Jubiläumsjahr unserer Firma.“

Florian Schneider: „Dafür legen wir momentan den Grundstein: Durch unsere Neustrukturierung der Firmenzentrale in Burghausen mit einer starken Ingenieurtechnik. Außerdem entwickeln wir uns derzeit weiter im Bereich der elektrotechnischen Innovationen und auch in der IT-Technik. In sieben Jahren sind wir sicher immer noch der regionale Elektro-EMSR-Dienstleister der heimischen Industrie an unseren Standorten. Aber vielleicht haben wir uns dann auch überregional stärker ausgebreitet…“

mko

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