Holzvergaser mit Heatpipe-Technologie feierlich eingeweiht

Grassau/Burghausen, 10.05.2012 - Mit einem Festakt wurde letzte Woche die neue Bioenergie-Anlage der agnion Technologies GmbH auf dem Gelände des Biomassehofs Achental im Beisein von Ehrengast Prof. Dr. Kurt Biedenkopf ihrer Bestimmung übergeben. Die Ingenieurtechnik von Elektro Kreutzpointner sorgte beim Bau des weltweit ersten Holzvergasers mit Heatpipe-Technologie für das Software-Engineering.

Die Bioenergie-Region Achental und der Biomassehof in Grassau sind seit Freitag, den 4. Mai, um ein Wahrzeichen reicher: Der weltweit erste Holzvergaser mit Heatpipe-Technologie wird künftig 700 Haushalte im Achental mit Strom und 200 mit Wärme versorgen. Vertreter aus Politik und Wirtschaft gratulierten im Rahmen eines Festakts den Initiatoren im Achental und den Mitarbeitern der agnion Technologies GmbH für die erfolgreiche Realisierung des Projekts und für deren unternehmerischen Mut. Die Region habe viel erreicht, stünde aber mit ihrem ehrgeizigen Ziel der Energie-Autarkie bis zum Jahr 2020 erst am Anfang, so die einhellige Meinung aller Redner.

Für die Inbetriebnahme dieser weltweit ersten marktreifen Anlage in Grassau war die Engineering-Kompetenz der Ingenieurtechnik der Unternehmensgruppe Elektro Kreutzpointner aus Burghausen gefragt. „Unser Beitrag war das hoch anspruchsvolle Softwareengineering für das Leitsystem PCS7 von Siemens“, sagt Christian Schanda, Leiter des Geschäftsbereiches Ingenieurtechnik bei Elektro Kreutzpointner. Das Leitsystem ist dabei für die gesamte Anlagensteuerung und -regelung des innovativen Holzvergasers zuständig. Kreutzpointner-Softwareingenieur Fabian Bruckbauer war für die Leittechnik-Projektierung verantwortlich und nahm die Anlage mit dem Hersteller zusammen erfolgreich in Betrieb.

„Unsere ingenieurtechnische Lösungskompetenz konnten wir mit diesem speziellen Leuchtturm-Projekt weiter ausbauen“, freut sich Christian Schanda, der bei Elektro Kreutzpointner über ein 32köpfiges Team aus Engineering-Experten verfügt. Die fast alle aus der Region rund um Burghausen stammenden Ingenieure und Techniker arbeiten schwerpunktmäßig in den Bereichen EMR/CAE-Engineering, Automatisierungs- und Leittechnik sowie in der Planung elektrotechnischer Gebäudesystemtechnik.

Lob und Anerkennung für die Bioenergie-Region Achental
Dr. Stephan Mey, Geschäftsführer der agnion Technologies GmbH, lobte die Bioenergie-Region Achental und Geschäftsführer Wolfgang Wimmer für den Mut, mit dem Heatpipe-Reformer auf eine neue, bislang noch nicht im Serienbetrieb erprobte Technik zu setzen.

Der Vertreter des Umweltbundesamtes (UBA), Dr. Peter Pichel, zeigte sich erfreut über die erfolgreiche Realisierung des Projekts und über die gute Verwendung der Fördergelder. Mit dem Heatpipe-Refomer verfüge man über ein geeignetes Instrument für die Realisierung der CO2 -Freiheit. Ehrengast Prof. Dr. Kurt Biedenkopf, Ministerpräsident a. D., zeigte sich interessiert und beeindruckt von der innovativen Technik des Heatpipe-Reformers, habe er doch in seiner Jugend, in einer Zeit großen Mangels an Kraftstoffen, selbst ein Auto gefahren, das von einem Holzvergaser angetrieben worden wäre.

Weltweit erster Holzvergaser mit Heatpipe-Technologie
Doch mit dem ersten Holzgasgenerator des Erfinders George Imbert aus den 1920er Jahren hat die Anlage in Grassau nur noch wenig gemein. Der neue Heatpipe-Reformer basiert auf einer Technik, die vor rund zehn Jahren an der Technischen Universität München entwickelt und von der agnion Technologies GmbH aus Pfaffenhofen a. d. Ilm zur Marktreife geführt wurde.

Kern des technischen Konzepts sind sogenannte Heatpipes. Mit deren Hilfe werden die erforderlichen Wärmeströme bei geringem Temperaturgefälle und hoher spezifischer Leistung zwischen Brennkammer und Reformer übertragen. Damit wird das Kernproblem des Wärmeeintrages zur Brennstoffvergasung auf einfache Weise energieeffizient und umweltfreundlich gelöst.

Diese Innovation ermöglicht die Energiegewinnung aus holzartiger Biomasse mit einem Gesamtwirkungsgrad von 80 Prozent und einer Leistung von 380 kW Strom und 630 kW Wärmeenergie selbst in kleinem Maßstab. Zugleich spart die Anlage jährlich bis zu 2.800 Tonnen des Treibhausgases CO2 ein, und dies ohne organisch belastetes Abwasser oder kohlenstoffhaltige Stäube zu produzieren. Sie ist damit beispielhaft für eine dezentral angelegte, ökologische und zugleich wirtschaftliche Energieversorgung in ländlichen Regionen.

Das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik, UMSICHT, hat in einer technischen Stellungnahme die Innovationskraft und Marktreife des agnion Heatpipe-Reformers bestätigt.

Weitere Informationen zur Bioenergie-Region Achental und zur Heatpipe-Reformer-Anlage unter www.bioenergie-region-achental.de
mko
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