Kreutzpointner setzt auf Hightech-Windenergieanlagen aus dem Chiemgau

Burghausen, 2. November 2010 - So gut wie geräuschlos und selbst bei nur böigem Wind hocheffizient ist die Kleinwindenergieanlage, die jetzt am Burghauser Firmengelände der Elektro Kreutzpointner Unternehmensgruppe installiert wurde: Die mit orangefarbenen H-Rotor-Blättern ausgestattete 19 Meter hohe Anlage signalisiere den Ausbau des Zukunftsmarktes regenerative Energien des mittelständischen Elektro-Unternehmens, so Firmenchef Fritz Kreutzpointner, der zusammen mit der Firma Envento GmbH aus Bergen am Chiemsee eine Vertriebspartnerschaft eingehen wird.

Die Hightech-Kleinwindenergieanlagen, für die die Envento GmbH die exklusiven Vertriebsrechte besitzt, sind nicht mit konventionellen Windrotoren, sondern mit so genannten H-Rotoren ausgestattet. Der Name leitet sich vom Profil des Rotors ab, dessen senkrechte Blätter mit dem querliegenden Tragarm an den Buchstaben „H“ erinnern. Die Rotoren müssen nicht in den Wind gestellt werden: „Sie erlauben ein dreifach effizienteres Ernten der Energie als durch herkömmliche Windräder und können auch einzelne Windböen nützen – ideal für unsere Region“, erklärt Kreutzpointner. In den Bereichen Industrie-, Gebäude- und Ingenieurtechnik, sowie im Schaltanlagenbau sei Kreutzpointner seit Jahrzehnten stark. Nun solle auch der Bereich der regenerativen Energien noch weiter ausgebaut werden, so der 44jährige Firmenchef.

Bei einer Präsentation der neuen Kleinwindenergieanlage vor Führungskräften des Unternehmens sowie Burghausens Bürgermeister Hans Steindl und Anton Steinberger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Burghausen, erläuterte Kreutzpointner, dass man für die gewerbliche, kommunale oder private Nutzung regenerativer Energien und für die Technik der „Betankung“ von Elektrofahrzeugen einen erheblichen Wachstumsmarkt, vor allem in der Region, sehe. Dafür erweitere man die Kompetenz der dafür zuständigen Mitarbeiter und setze im Bereich Windenergie auf die neue Partnerschaft mit der Envento GmbH, die bei der Präsentation von Geschäftsführer Christian Schlögl vertreten wurde.

Der 28jährige Schlögl, Diplom-Ingenieur Maschinenbau (Fahrzeugtechnik), kennt Fritz Kreutzpointner bereits seit dessen Rennfahrer-Zeiten, als er noch Rennautos, unter anderem in der DTM sowie Red Bull Airrace Flieger aerodynamisch designte und konstruierte. Mit der Envento GmbH sowie Envertec Composites GmbH, die die Flügel entwickelt und produziert, ist er zum Jahresbeginn 2010 in Bergen gestartet, im April fand der erste Kontakt mit dem Burghauser Elektrotechnik-Unternehmen statt, im Juli präsentierte sich Envento bei einer internen Kreutzpointner-Hausmesse und im Oktober wurde bereits die Kleinwindenergieanlage in Burghausen aufgestellt: „Bisher sind erst fünf Anlagen in Deutschland mit diesem patentierten System vorhanden, zehn weitere wurden bereits bestellt – die bei Kreutzpointner ist die erste einer neuen Serie mit hochmodernem Schaltschranksystem und verbesserter Performance“, sagt Schlögl.

Schon bei schwachem Wind mit einer Geschwindigkeit von vier Metern pro Sekunde kann die Kreutzpointner-Anlage 7.262 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, bei durchschnittlich sechs Metern pro Sekunde sogar 24.510 kWh/a. Außerdem wird damit eine CO²-Reduktion von 13 Tonnen jährlich erreicht. Die Anlage übertreffe mit 55 Prozent Wirkungsgrad jede konventionelle Anlage, die nur über rund 20 Prozent verfüge. Zudem könne man sie wegen ihrer geringen Baugröße und hohen Laufruhe in oder nahe an der Peripherie von Wohnbebauung betreiben. Aufgrund ihrer Form seien sie auch keine tödliche Falle für Vögel, da diese die Rotoren als Tonne wahrnehmen. Weiterer Vorteil: „Bei unbewachtem Betrieb ist so eine Anlage mit einer Einsatzdauer von 20 Jahren ausgelegt“, betont Schlögl.

Windrad als "Eyecatcher"
Das Hightech-Windrad erregt bereits großes Aufsehen, ist es doch, direkt an der vielbefahrenen Burgkirchner Straße gelegen, kaum zu übersehen: Wie Bernhard Ehegartner, Leiter Gebäudetechnik bei Kreutzpointner, berichtet, liegen seit der Aufstellung der Anlage vor zwei Wochen bereits rund 30 Anfragen von Interessenten vor.
mko
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